Margaret Thatcher spricht Monty Pythons Sketch vom toten Papagei – hier. Könnten Sie sich einen deutschen Politiker vorstellen, der dazu in der Lage wäre?
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Nach Elizabeth Scalia und Andrew Klavan.
Klavan: Sogar als ich noch ein Abtreibungsbefürworter war, schien es mir stets seltsam, weshalb der Schwangerschaftsabbruch auf der Linken wie ein Sakrament behandelt wurde, so sehr im Mittelpunkt des linken Politik-Programms stand. Ich verstehe durchaus, aus welchen Gründen ein Mensch guten Willens für ein Recht auf Abtreibung argumentieren kann; er könnte darauf hinweisen, daß es sich um eine kleine Tragödie zur Verhinderung einer größeren Tragödie handle; er könnte sogar konstatieren, daß – bis zu einem gewissen Zeitpunkt wenigstens – gar kein moralisches Problem vorliege. Wie auch immer. Aber zu sagen, daß ein Schwangerschaftsabbruch eine gute Sache sei? Etwas Positives? Das verstehe ich nicht. […]
Tatsächlich machen einige auf der Linken, besonders der feministisch geprägten Linken, den Eindruck, als würden sie die Vorstellung, ein Kind abzutreiben, jener vorziehen, ein Kind auf die Welt zu bringen. Schauen Sie sich diesen (für mich) schrecklich traurigen Eintrag auf Slate an, „Das Schlimmste, was Du Deiner Mutter angetan hast“ von Rebecca Helm:
An diesem Muttertag möchte ich für etwas um Verzeihung bitten, das wahrscheinlich das Schlimmste ist, was ich meiner Mutter jemals angetan habe. Auch Sie haben es Ihrer Mutter angetan. Liebe Mutter: Es tut mir sehr leid. Es tut mir leid, Dich manipuliert, von Dir gestohlen, Dein Kreislaufsystem kontrolliert und einen Teil Deines Leibs verbraucht zu haben. Wie jeder andere Mensch, der lebt, habe ich all das getan, noch ehe ich geboren wurde…
Wirklich?
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Wenn die Melkkühe weglaufen, ist das „unsozial“, oder habe ich da etwas falsch verstanden?
Verarmung ist das Eine. Anderes der kulturelle Preis, der zu zahlen sein wird. Leistungsträger sind nicht zuletzt deshalb Leistungsträger geworden, weil ihnen ihre Familien bestimmte Tugenden vermittelt haben. „Kinderstube“, Takt und die Fertigkeit, mit Messer und Gabel zu essen, ein geistreiches Gespräch zu führen, nicht langweilig zu sein — all das sind seltene Güter, die keineswegs trivialer Natur sind, geschweige denn von Oberflächlichkeit zeugen. Sie helfen dabei, an eine Bestimmung des Menschen zu glauben, die über Gegröhle, Gekeife und Gejammer hinausgehe. Und schaffen, wenn die Umstände darnach sind, Abertausende Arbeitsplätze. Mit anderen Worten: „Kinderstube“ und alles, was dazugehört, braut keine Super-Ingenieure. Aber sie hilft ihnen zu gedeihen, wo sie keimen.
Wer soll dergleichen in der schönen neuen Jakobinerwelt François Hollandes und seiner Wählerschaft leisten? Wie? Die importierten Neu-Franzosen lassen nicht in allen Fällen darauf hoffen. Zumal viele von ihnen andere Prioritäten zu haben scheinen.
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Vor einiger Zeit bin ich mit einem guten Freund durch ein Städtchen in Südwestdeutschland geschlendert. Er wollte sich durchaus nicht von meiner Ansicht überzeugen lassen, daß der Sozialstaat, wie er derzeit besteht, (1) überflüssig, (2) schädlich und (3) unmoralisch sei…
Transkript hier.
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Hochinteressant! Bitte gönnen Sie sich die knappe Stunde Zeit.
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Der Mord an den Bandura- und Drehleierspielern.
Was ist Totalitarismus? Totalitarismus ist, wenn niemand sicher ist. Auch kein Bandura- oder Drehleierspieler, nicht einmal ein blinder Bandura- oder Drehleierspieler. Dmitrij Schostakowitsch erinnert sich:
Mehr…national art was considered counterrevoluntionary. Why? Because it was, like any ancient art, religious, cultic. It it’s religious, then tear it out with its roots. I hope someone will write down the history of how our great native art was destroyed in the twenties and thirties. It was destroyed forever because it was oral. When they shoot a folk singer or a wandering storyteller, hundreds of great musical works die with him. Works that had never been written down. They die forever, irrevocably, because another singer represents others songs.
I am not a historian. I could tell many tragic tales and cite many examples, but I won’t do that. I will tell about one incident, only one. It’s a horrible story and every time I think of it I grow frightened and I don’t want to remember it. Since time immemorial, folk singers have wondered along the roads of Ukraine. They’re called “lirniki” and “banduristy” there. They were almost blind men—-why that is so is another question that I won’t go into, but briefly, it’s traditional. The point is, they were always blind and defenseless people, but no one ever touched or hurt them. Hurting a blind man—what could be lower?
And then in the mid thirties the First All-Ukrainian Congress of Lirniki and Banduristy was announced, and all the folk singers had to gather and discuss what to do in the future. ‘Life is better, life is merrier,’ Stalin has said. The blind men believed it. They came to the congress from all over Ukraine, from tiny, forgotten villages. There were several hundred of them at the congress, they say. It was a living museum, the country’s living history. All its songs, all its music and poetry. And they were almost all shot, almost all of those pathetic blind men killed.
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Fritz Stern erinnert sich:
1946, als der Bahnverkehr in der britischen Besatzungszone wieder in Gang gekommen war, betrat ein britischer Offizier ein Abteil, in dem bereits drei Deutsche saßen. Er wandte sich an den ersten Deutschen mit der Frage: „Waren Sie Mitglied der Nationalsozialistischen Partei?“ Ärgerlich entgegnete der Deutsche, natürlich sei er nicht Mitglied gewesen; im Grunde hätte kaum jemand dazugehört, und an allem, was geschehen war, waren einzig ein paar Leute an der Spitze schuld. Nach einer Weile richtete der Offizier dieselbe Frage an den zweiten Deutschen, der noch wütender erwiderte, schon die Frage sei eine Beleidigung für ihn. „Ihr Briten wollt uns Demokratie beibringen, und dann schnüffelt ihr herum und fragt nach unserer politischen Meinung.“ Er war jedenfalls kein Mitglied gewesen. Auf dieselbe Frage antwortete der dritte Deutsche: „Ich hatte 1937 eine Frau und drei Kinder. Ich bekam nur Arbeit, wenn ich der Partei beitrat, und so bin ich beigetreten.“ Der britische Offizier nickte ihm zu und antwortete: „Danke. Ich suche nur jemanden, der auf mein Gepäck aufpasst, während ich im Speisewagen sitze. Würden Sie das übernehmen?“
Stern fährt fort:
Arglos erzählte ich die Geschichte auf der ersten Abendgesellschaft, an der ich in Berlin teilnahm, und fand heraus, daß sie ein perfekter Lackmustest war: Einige Deutsche konnten darüber lachen, doch die meisten versanken in betretenem Schweigen.
Fritz Stern, Fünf Deutschland und ein Leben. Erinnerungen. München 2007: C.H. Beck, S. 267. (Photo: Flickr Commons. San Diego Air and Space Museum Archive. Catalog #: 10_0020293. Title: Reconnaissance Photo Aerial View Germany. Date: 1941-1945.)
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Studia Neofilologiczne, VIII (2012), S. 61-74 (PDF)
Der Soziologe Helmut Schoeck (1922-1993) nimmt in seinem Hauptwerk Der Neid[1] mehrmals Bezug auf Max Schelers vor dem ersten Weltkrieg erschienene Studie Das Ressentiment im Aufbau der Moralen,[2] einer „bohrenden, elastischen, brillant einsichtsreichen Analyse“.[3] Die Studie des Philosophen dient ihm als ein Ausgangspunkt – als etwas, an dem man sich orientiert, um den weiteren Weg fort von ihm zu nehmen. Diese Entwicklung soll auf den folgenden Seiten beleuchtet werden, nachdem im vorigen Band der Studia Neofilologiczne Schoecks Werk im Einzelnen vorgestellt wurde.[4]
I
Unter den Passagen der Scheler’schen Abhandlung, auf die sich Schoeck bezieht, befindet sich – natürlich – auch der berühmt gewordene Passus über Ressentimentkritik. Diese zeichne sich, so Scheler, dadurch aus,
daß jede Abhilfe der als mißlich empfundenen Zustände nicht Befriedigung auslöst – wie es bei jeder Kritik mit positiven Zielen der Fall ist –, sondern im Gegenteil Mißbefriedigung hervorruft, da sie das wachsende Lustgefühl, das im puren Schelten und der Negation liegt, unterbindet.[5]
Wer Ressentimentkritik vorbringt, ist an einer Verbesserung des Zustands, dem sie gilt, nicht interessiert. Eine solche Diagnose mag auf den ersten Blick kaum glaubhaft erscheinen. Dennoch gibt es eine ganze Reihe von Verhaltensweisen, die sich ausschließlich so erklären lassen, wenn kein anderes Explanans auffindbar ist, das empirischen Gehalt[6] beanspruchen kann. Ludwig von Mises, ein guter Bekannter von Scheler,[7] zählt einige solche Arten zu handeln auf, darunter jene des wirtschaftlich weniger begabten und sich zum Ausgleich „kulturkritisch“ gerierenden Mitglieds von Unternehmerfamilien.[8] Als Beispiel aus neuester Zeit ließe sich anführen, daß viele „Klimaschützer“ weiterhin eine Katastrophe erwarten, obwohl seit etwa einem Jahrzehnt keine nennenswerte Erwärmung des Planeten zu verzeichnen ist.[9]
Schoeck geht wie Scheler davon aus, daß es Ressentimentkritik gibt, und lobt den Philosophen für dessen Hellsichtigkeit, was die Folgen im Politischen angeht:
(mehr …)Scheler erkannte bereits vor über einem halben Jahrhundert, wie konstituierend das Ressentiment und der Neid für manche politischen Parteien sind, die durch Beseitigung der sozialen Probleme, an denen sie ihre Kritik demonstrieren, als Machtgruppen im politischen Spielfeld erledigt würden.[10]