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    Mein Gott, Frau Merkel!

    Unsere Kanzlerin, seit kurzer Zeit „Person of the Year“ der Zeitschrift „Time“, hat ihre Landsleute während einer Rede auf der Veranstaltung „60 Jahre Gastarbeiter in Deutschland“ am 7. Dezember 2015 mit folgender Einsicht beglückt:

    Ich glaube, wir haben von Gastarbeitern ein wenig übernommen, dass man in Restaurants auch draußen sitzt, dass man ein bisschen lockerer an die Dinge herangeht, dass man offener sein kann und dass nicht mehr alles so sehr genormt ist. Das hat den Deutschen auch ganz gutgetan und sie haben mitgemacht.

    Mein Gott, Frau Merkel! Auch das Draußen-Sitzen haben wir erst von Zuwanderern lernen müssen? Wie kommt es dann, daß Max Liebermann um 1902 das oben gezeigte Bild malen konnte, daß alte Postkarten zuhauf Gartenlokale und -restaurants zeigen?

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    Weltraum-Tourismus in greifbarer Nähe

    Haben Sie zuerst „Weltraum-Terrorismus“ gelesen? Das zeigt: Es ist höchste Zeit für etwas (im Wortsinne) Erhebendes. In den Vereinigten Staaten von Amerika beschäftigen sich einige Firmen damit, die technischen Grundlagen privater Weltraumfahrt zu entwickeln. Eine von ihnen heißt „Blue Origin“. Sie wird vertikale Tagesfahrten anbieten: sechs Weltraum-Touristen werden in etwas mehr als einhundert Kilometer Höhe geschossen werden, wo sie für kurze Zeit Schwerelosigkeit erleben und den Ausblick durch die großen Fenster ihrer Kapsel genießen können. Wenn alles klappt. Toi toi toi!

    Mehr (Realfilme und Computer-Animationen) auf der „Blue Origin“-Website. Von dort wurde auch das Bild für diesen Beitrag genommen.

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    Jan Twardowski: Do kaznodziei

    Jan Twardowskis „Do kaznodziei“ (An einen Prediger) gefällt mir außerordentlich gut. Besonders diese Stelle:

    Mów o częstej komunii z Chrystusem
    złotych sercach bijących w ukryciu,
    z katechizmu o cnotach najprościej,
    i że grzechy przeciwko nadziei
    są tak ciężkie jak przeciw miłości

    Nie o śmierci mów z ambony o życiu
    O żonie szukającej z lampą w ręku
    igły zagubionej w ciemny wieczór,
    żeby mąż nie miał skarpet podartych-
    wczesnej wiosny na piętach nie czuł

    Das ist: „Sprich über die häufige Kommunion mit Christus / über Herzen von Gold, die im Verborgenen schlagen / über die Tugenden aus dem Katechismus so einfach wie möglich / und darüber, daß Sünden gegen die Hoffnung / so schwer wiegen wie solche gegen die Liebe // Nicht über den Tod sprich von der Kanzel, sondern über das Leben / Über die Frau, die mit der Lampe in der Hand / am dunklen Abend die verschwundene Nadel sucht / damit ihr Gemahl keinen löchrigen Strumpf habe / die Kälte des Vorfrühlings nicht an der Ferse fühle“

    Können wir uns ein schöneres Bild denken selbstverständlicher, verläßlicher und tiefer ehelicher Liebe?

    Soviel zu Thanksgiving 2015.

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    Sigmund Freud, Westentaschendiktator

    Anthony Daniels (aka Theodore Dalrymple) über Freuds Mangel an intellektueller Redlichkeit. Das ist, für sich genommen, nichts Neues, verlangt jedoch immer neue Wiederholung, weil es (wenigstens unter Geisteswissenschaftlern) noch reichlich Zeitgenossen gibt, die den Wiener Scharlatan ernstnehmen. Besonderes Augenmerk verdienen Daniels‘ Bemerkungen über dasjenige, was Freud mit dem Totalitarismus des zwanzigsten Jahrhunderts verbindet. Hier gelangen Sie zum Vortrag von rund einer halben Stunde Länge.

  • Waffengesetze liberalisieren!

    Nach den jüngsten Anschlägen in Frankreich und Mali dürfte klar sein: Die muslimischen Attentäter bewegen sich durch die weitgehend unbewaffnete und im Falle der meisten europäischen Staaten von Rechts wegen entwaffnete Bevölkerung wie der Hecht durch den Forellenteich. Die naheliegende Konsequenz: Wir sollten die Waffengesetze liberalisieren, den Besitz von Feuerwaffen und Concealed Carry (deren verdecktes Tragen) erlauben, um uns selbst und unsere Lieben schützen zu können.

    Joachim Steinhöfel drückt den Sachverhalt (wie stets) äußerst vernünftig aus:

    Wenn etwas in Deutschland nicht mehrheitsfähig ist, dann, sich für Waffengesetze einzusetzen, wie sie in den USA gelten. Möglicherweise wären Breivik in Norwegen oder den Barbaren von Paris weniger Menschen zum Opfer gefallen, hätte der eine oder andere Franzose oder Norweger eine Waffe getragen. Es ist mir lieber, dass gesetzestreue Bürger eine Waffe besitzen, als wenn wir diese nur beim Staat und bei den Kriminellen finden. Der Attentäter ist stets bewaffnet. Unsere aktuellen Waffengesetze sorgen dafür, das wir ihm wehrlos gegenüber stehen. Eine maßvolle Liberalisierung wäre ein Schritt in die richtige Richtung.

    Natürlich bliebe zu diskutieren, was „maßvoll“ bedeuten könnte. Die gegenwärtige Rechtslage freilich ist alles andere als „maßvoll“.

    Bereits 2013 hatte Ronald K. Noble, damals Interpol-Generalsekretär, nach dem Massaker durch al-Shabab-Terroristen in Nairobi, Kenya, die mögliche Notwendigkeit einer Liberalisierung der Waffengesetze angeschnitten:

    „Ask yourself: If that was Denver, Col., if that was Texas, would those guys have been able to spend hours, days, shooting people randomly?“ Noble said, referring to states with pro-gun traditions. „What I’m saying is it makes police around the world question their views on gun control. It makes citizens question their views on gun control. You have to ask yourself, ‚Is an armed citizenry more necessary now than it was in the past with an evolving threat of terrorism?‘ This is something that has to be discussed.“

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    Armistice 1918: Waffenstillstand 1918

    These were our children who died for our lands: they were dear in our sight.
    We have only the memory left of their hometreasured sayings and laughter.
    The price of our loss shall be paid to our hands, not another’s hereafter.
    Neither the Alien nor Priest shall decide on it. That is our right.
    But who shall return us the children ?

    At the hour the Barbarian chose to disclose his pretences,
    And raged against Man, they engaged, on the breasts that they bared for us,
    The first felon-stroke of the sword he had longtime prepared for us –
    Their bodies were all our defence while we wrought our defences.

    They bought us anew with their blood, forbearing to blame us,
    Those hours which we had not made good when the Judgment o’ercame us.
    They believed us and perished for it. Our statecraft, our learning
    Delivered them bound to the Pit and alive to the burning
    Whither they mirthfully hastened as jostling for honour.
    Not since her birth has our Earth seen such worth loosed upon her!

    Nor was their agony brief, or once only imposed on them.
    The wounded, the war-spent, the sick received no exemption:
    Being cured they returned and endured and achieved our redemption,
    Hopeless themselves of relief, till Death, marvelling, closed on them.

    That flesh we had nursed from the first in all cleanness was given
    To corruption unveiled and assailed by the malice of Heaven –
    By the heart-shaking jests of Decay where it lolled on the wires
    To be blanched or gay-painted by fumes – to be cindered by fires –
    To be senselessly tossed and retossed in stale Mutilation
    From crater to crater.  For this we shall take expiation.
    But who shall return us our children ?

    Rudyard Kipling

    *

    Wenn in die heimat du kamst aus dem zerstampften gefild
    Heil aus dem prasselnden guss höhlen von berstendem schutt
    Keusch fast die rede dir floss wie von notwendigem dienst
    Von dem verwegensten ritt von den gespanntesten mühn ..
    Freier die schulter sich hob drauf man als bürde schon lud
    Hunderter schicksal:

    Lag noch im ruck deines arms zugriff und schneller befehl
    In dem sanft-sinnenden aug obacht der steten gefahr
    Drang eine kraft von dir her sichrer gelassenheit
    Dass der weit ältre geheim seine erschüttrung bekämpft
    Als sich die knabengestalt hochaufragend und leicht
    Schwang aus dem sattel.

    Anders als ihr euch geträumt fielen die würfel des streits ..
    Da das zerrüttete heer sich seiner waffen begab
    Standest du traurig vor mir wie wenn nach prunkendem fest
    Nüchterne woche beginnt schmückender ehren beraubt ..
    Tränen brachen dir aus um den vergeudeten schatz
    Wichtigster jähre.

    Du aber tu es nicht gleich unbedachtsamem schwarm
    Der was er gestern bejauchzt heute zum kehricht bestimmt
    Der einen markstein zerhaut dran er strauchelnd sich stiess ..
    Jähe erhebung und zug bis an die pforte des siegs
    Sturz unter drückendes joch bergen in sich einen sinn
    Sinn in dir selber.

    Alles wozu du gediehst rühmliches ringen hindurch
    Bleibt dir untilgbar bewahrt stärkt dich für künftig getös ..
    Sieh · als aufschauend um rat langsam du neben mir schrittst
    Wurde vom abend der sank um dein aufflatterndes haar
    Um deinen scheitel der schein erst von strahlen ein ring
    Dann eine krone.

    Stefan George

  • Neues von der Invasion (III)

    Peter Schmidt findet auf den Seiten des Deutschen Arbeitgeberverbandes dieses Sinnbild:

    Sie sind als Passagier des Traumschiffs auf dem Ozean unterwegs. Plötzlich geschieht das Unglaubliche: Sie müssen fassungslos mit ansehen, wie der völlig durchgeknallte Kapitän auf hoher See und unter dem Jubel der ganzen Mannschaft Löcher in die Bordwand bohren lässt, damit sich das Wasser nicht so ausgeschlossen fühlt. Auf den angstvollen Hinweis von Ihnen und anderer Passagiere, dass das Schiff dann zwangsläufig sinke, bekommen Sie die Antwort, dass dies in keiner Weise erwiesen sei. Im Gegenteil sei sogar wissenschaftlich eindeutig geklärt, dass der Mensch Wasser dringend zum Leben brauche. Es wird Ihnen allen unterstellt, dass sie wohl fanatische Wasserhasser sind, die aus Dummheit wirren Verschwörungstheorien folgen.
    Während sich das Schiff stetig nach links neigt, werden die Restpassagiere angewiesen, nur ja nicht mit jenen „fanatischen Wasserhassern“ am rechten Bordrand zu reden, die nur grundlos Panik erzeugen wollen. Auf Ihre Frage, wie das Sinken verhindert werden soll bekommen Sie die Antwort „es liegt nicht in unserer Macht, wieviel Wasser noch kommt“.  Zudem wird Ihnen vom Kapitän beschieden: „Den Plan kann ich nur geben, wenn ich einen habe.“ Aber wir schaffen das.

    Überblicke zum Thema bieten der American Viewer und die Achse des Guten. Henryk M. Broder stellt die Frage, ob Angela Merkel noch wisse, was sie tue. Unterdessen denunziert Anetta Kahane jegliche Bedenken angesichts dessen, was Deutschlands politische Elite  tut, als Sorge weißer Männer, die um ihren Einfluß fürchteten, und Antimodernismus(!). Kahanes Text strotzt vor Halb- und Unwahrheiten; er würde prima Material für einen Rhetorik- oder Logikkurs abgeben. Bestürzend ist er dennoch: Die Linke zeigt sich fest entschlossen, im Zuge der ‚Flüchtlingskrise‘ die letzten Reste bürgerlicher Weltauffassung – einschließlich Meinungsfreiheit –  in Deutschland zu eliminieren. Never let a crisis go to waste…