Res publica

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    Roger Scruton: Die Hexenjagd-Mentalität der politisch Korrekten

    Hören Sie Roger Scruton über die Hexenjagd-Mentalität unserer Tage, die – oft genug durch Facebook, Twitter oder andere „soziale“ Medien bewehrt – manche Karriere auf dem Altar der politischen Korrektheit geopfert hat. Das ist soweit nichts Neues, wird aber doch von Sir Roger ergänzt um die Frage, wie denn eigentlich der (oder die) zu Opfernde ausgewählt werde, und den Hinweis, daß hier ein perverser Pay-off eine Rolle spiele: der Mob gewinnt in seiner Verfolgung ein Gefühl von Einigkeit, Verbundenheit, ja sogar Geborgenheit, indem er den „Bösewicht“ aussondert. Es dünstet also eine Art Nest- oder Stallwärme aus gemeinsamem Haß.

    Hier ist der Podcast von knapp zehn Minuten Länge; hier ist der Text. Hörenswert auch Rabbi Jonathan Sacks zum Thema. Beides in englischer Sprache.

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    Wie Neuseeland Freiheit und Wohlstand wiederherstellte

    Empfehlenswerter Film von Johan Norberg über die jüngere Geschichte Neuseelands. Nachdem die Wirtschaft des Inselstaates in der zweiten Hälfte des zwanzigsten Jahrhunderts unter einem Wust von widersinnigen Subventionen, Importbeschränkungen und sonstigen Regulierungen erstickt worden war, zogen sich die Neuseeländer am eigenen Schopf aus dem Morast: durch kluge Wahlentscheidungen, Deregulierung und Eigeninitiative. Ein Lehrstück! Als solches lohnt es nicht zuletzt für schwermütige Kontinentaleuropäer, wiewohl man einwenden mag, daß der Film um knapp 10 Minuten hätte gekürzt werden können.

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    David Engels: A gdyby tak Polska domagała się praworządności w UE?

    …a tymczasem we wszechświecie równoległym wydarzyło się co następuje:

    Biorąc pod uwagę ostatnie wydarzenia w Europie Zachodniej, polski rząd ostrzega przed kryzysem demokracji w UE i apeluje o ogólnoeuropejską „tarczę ochronną dla praworządności”. W szczególności Niemcy i Francja są „powodem największego niepokoju” – powiedział w wywiadzie rzecznik polskiego rządu. „Wewnątrz Unii Europejskiej dostrzegamy proces postępującej degradacji wolności, praworządności i demokracji.” Polska i jej partnerzy nie mogą już dłużej przyglądać się temu bezczynnie i mają obowiązek udzielania obywatelom krajów sąsiednich wszelkiej niezbędnej pomocy w celu wzmocnienia tam struktur demokratycznych.

    Pełny tekst na stronach Tygodnika Solidarność. Deutsche Version auf der Achse des Guten.

    (Bild: Paweł Czerwiński (Unsplash), Hala Stulecia / Jahrhunderthalle in Wrocław / Breslau. )

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    Kalifornien vs. Texas

    Da ist nicht viel zu erklären: Viele Leute verlassen Kalifornien, weil das progressive Paradies an der Westküste seine Nachteile hat. Nicht nur solche ästhetischer und moralischer Natur, sondern auch solche zählbaren Zuschnitts. Siehe untere Aufstellung für Umsatz-, Körperschafts- und Einkommenssteuer (Screenshot aus dem Film):

    So sieht echte Konkurrenz innerhalb eines föderalen Systems aus.

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    Martin Rhonheimer über Katholizismus und Liberalismus

    Empfehlenswerte Reflexionen auf dem Blog des Austrian Institute von Martin Rhonheimer. Hier ein kurzer Auszug:

    Was heißt Armut? Die Armut, die Jesus gepredigt hat, ist eine innere Armut, eine “Armut im Geiste”. Jesus hat nie Menschen kritisiert, weil sie reich waren – im Gegenteil, sein Freund Lazarus war ein vermögender Mann. Die Forderung des Evangeliums ist, dass wir unser Herz nicht an die Dinge dieser Welt hängen und darüber Gott und die Mitmenschen vergessen. In diesem Sinne können auch materiell arme Menschen “reich” sein – etwa weil sie voller Neid oder Ressentiments sind. Reiche, die ihr Vermögen investieren und damit unternehmerisch tätig werden, tun viel für ihre Mitmenschen: Sie schaffen Arbeit für sie, erzeugen Wertschöpfung, technischen und sozialen Fortschritt, erhöhen den Lebensstandard aller. Auch ein kapitalistischer Unternehmer kann “arm im Geiste” sein, wenn er das in der richtigen Absicht tut. 

    Bitte lesen Sie den ganzen Text, in dem sich John Locke, Friedrich August von Hayek, Leo XIII., Johannes Paul II. und Benedikt XVI. ein Stelldichein geben.

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    Richard Fernandez: Verlassen Sie sich nicht darauf, daß es sieben Wochentage geben wird

    Schöner Artikel von Richard Fernandez über die Gefahren des Social Engineering, wobei mir – Popper entgegen – immer weniger entscheidend scheint, ob das Social Engineering in Form eines großen Wurfes oder nur piecemeal vonstatten gehe, weil es ja selbstverständlich auch antibürgerliche Radikale mit Ausdauer und Oikophobe mit Geduld gibt: Leute, die ihren großen Wurf auf viele kleine Würfchen zu verteilen geneigt sind. Fernandez:

    Social engineering is alive and well and with the aid of technology more potent than ever.  (Dem Social Engineering geht’s gut und es ist bei Kräften – mit der Hilfe neuer Technologien einflußreicher denn je.)

    Bitte lesen Sie den Artikel (in englischer Sprache).

    (Bild: Pixabay.)

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    Universität ohne Gedankenfreiheit

    Jakobiner sind nie zufrieden. So trägt auch der „Kampf gegen Rechts“ immer reichere Frucht: Kollektivisten und Fortschrittler, die de facto Rückschrittler sind, weil sie sich als die Hohepriester einer Gleichheits- und Ökoreligion gerieren, maßen sich an zu bestimmen, wer an oder auch nur in der weiteren Umgebung von deutschen Universitäten sprechen darf. Die Ereignisse um Bernd Lucke und Thomas de Maizière sind bekannt. Nun hat es das Europäische Institut für Klima und Energie (EIKE) getroffen. Eine internationale Konferenz, die, hochkarätig besetzt, nächste Woche in einem Münchner Hotel und Konferenzzentrum stattfinden sollte, wurde kurzfristig abgesagt. Aufgrund des Drucks von „Aktivisten“.

    Unterdessen fragt eine Politikerin, die im Abgeordnetenhaus des Landes Berlin sitzt, wie es denn komme, daß aufgrund des „Mietendeckels“ kaum noch Neubauten in unserer glücklosen Hauptstadt begonnen würden. Nun, dafür dürften ebenjene Grundmechanismen der Markt- und Unternehmerwirtschaft (vulgo „Kapitalismus“) verantwortlich sein, von denen ein gewisser Anteil heutiger Erwachsener auf ihren noch unzureichend durchideologisierten Mittelschulen gehört haben dürfte. So schließt sich der Kreis. Wie ja auch das Jakobinertum nicht gerade eine Sternstunde von Staatsphilosophie und -kunst darstellt. Und, sofern lange genug am Ruder, jeden Staat fest und zuversichtlich auf den Weg Venezuelas führt – bis ganz nach unten.

    Was tun? Vermögen bilden, kleine private Hochschulen aufbauen, an denen sich in Ruhe und Würde studieren und lehren läßt, dabei gesalzene Aufnahmegebühren als Filter einsetzen. Damit das Ambiente stimmt, außerhalb und innerhalb. Klöster für freie Geister schaffen, als praktische Benedikt-Option. Konfessionelle Bindung muß dabei nicht stören. Und wenn zu studieren ein „Recht“ sein soll – schon solche Verwechslungen zeigen, weshalb die Dinge den Bach heruntergehen -, nennen wir eben dasjenige, was auf den neuen kleinen und privaten Hochschulen geschehen soll, hübsch altertümlich: sich bilden.

    Außerdem wäre es sicher nützlich, sich zu verdeutlichen: Wer „gegen Rechts“ kämpft, muß deshalb kein Kämpfer für die Freiheit sein. Nicht bloß der „rechte“ Totalitarismus ist gefährlich, sondern auch der „linke“ Totalitarismus (und alle weiteren seiner Formen), und wer ehrlichen Herzens auf diesen Umstand hinweist, relativiert in keiner Weise die abscheulichen Verbrechen der deutschen Nationalsozialisten. In diesem Lichte erscheint die Formel „Kampf gegen Rechts“ als eine Verkürzung, die manches Übel hervorzurufen geeignet ist. Ob jene Verkürzung versehentlich unterlaufen oder als Element im weitesten Sinne marxistischer Propaganda gewollt sei, möge hier undiskutiert bleiben.

    Was in der Bundesrepublik Deutschland wie in jedem anderen entwickelten Land, dessen Bürger in demokratisch verfaßter Freiheit leben wollen, tatsächlich auf dem Spiele steht, das bezeichnet nicht das Gegensatzpaar „nicht-rechts vs. rechts“, sondern es bezeichnen andere Gegensatzpaare, nämlich: „individuelle Freiheit vs. Kollektivismus“, „Freiheit von staatlicher Bevormundung vs. Paternalismus“, „Markt- und Unternehmerwirtschaft vs. Sozialismus“, „bürgerliche Lebensauffassung und Arbeitshaltung vs. Antirationalismus und politische Romantik“.

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    Zu den „Klöstern für freie Geister“ vgl. Rainer Kolk, Literarische Gruppenbildung: Am Beispiel des George-Kreises 1890–1945, Tübingen 1998, S. 238. Die Sache geht auf Friedrich Nietzsche und Stefan George zurück, ist „aber“ weniger qualmig, als es scheinen mag.

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    Helfen wollen vs. helfen

    Die Unternehmerin Magatte Wade mit John Stossel über die Schwierigkeiten, in Afrika Arbeitsplätze und also nachhaltigen, wachsenden Wohlstand zu schaffen: Überwältigend komplizierte, jegliche Initiative behindernde oder gar erstickende Steuer- und Zollbestimmungen der dortigen Staaten, Korruption – und schließlich „helfende“ Erstweltler, etwa eine US-Firma, die ihren Kunden anbietet, für jedes in den Vereinigten Staaten verkaufte Paar Schuhe ein weiteres Paar in das Afrika südlich der Sahara zu schicken, um Armut zu bekämpfen. Was dabei herauskommt: eine Zerstörung der örtlichen Schuhmacher-Betriebe. Lehrreiche sechs Minuten (in englischer Sprache).