Der 1926 geborene Philosoph Hermann Lübbe bemerkt 1978:
Die Generation, der Ende der sechziger Jahre die neomarxistische Anweisung auf eine ganz andere Zukunft ein intellektuelles und moralisches Erweckungserlebnis bereitete, lehrt heute in Schulen und Volkshochschulen, redigiert Rundfunkprogramme und Parteitagsresolutionen. Sie sitzt auch in ministeriellen Beratergremien und ist in Referentenpositionen gelangt.
Das kommt bekannt vor, wiewohl aus heutiger Sicht eher von Hoch- als von Volkshochschulen die Rede sein sollte. Und wurde vor bald einem halben Jahrhundert geschrieben – in, was den eingeschalteten Relativsatz angeht, hinreißendem Stil.
Die Folge?
Ein ikonoklastischer Fanatismus gegen das emanzipatorisch Irrelevante verbreitete sich…
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Ein ikonoklastischer Fanatismus gegen das emanzipatorisch Irrelevante verbreitete sich, und Resignation unter Gelehrten, die unter solchen Bedingungen studentisches Interesse für die philosophiehistorische Metaphorologie der nackten Wahrheit oder für römische Sarkophage wecken sollten.
So sind unsere woken oder sonstwie linken Freunde. Wo sie eine Wüste hinterlassen, nennen sie es Fortschritt.
(Hermann Lübbe, „Über den Grund unseres Interesses an historischen Gegenständen. Kulturelle und politische Funktionen der historischen Geisteswissenschaften“, in: Hellmut Flashar et al. (Hg.) Geisteswissenschaft als Aufgabe, Berlin u. New York: de Gruyter 1978, S. 179-193, hier S. 180-181.)