José Ortega y Gasset

Damit die Philosophie herrscht, ist es nicht nötig, daß die Philosophen herrschen, wie Plato zuerst forderte, noch auch, daß die Herrscher philosophieren, wie er später bescheidener erstrebte. Beides ist im Grunde unheilvoll. Damit die Philosophie herrscht, genügt es, daß sie existiert, das heißt, daß die Philosophen Philosophen sind.

José Ortega y Gasset, Der Aufstand der Massen, übersetzt von Helene Weyl, Stuttgart 1950, S. 125-126, Fußnote.

Börries, Freiherr von Münchhausen

Denn aller Wandrung Schicksal heißt:
Wer Heimat sucht, kommt niemals an,
Und wenn er müd nach Hause reist,
Ist er daheim ein fremder Mann!

Börries, Freiherr von Münchhausen, Der Auswanderer, letzte Strophe (1919). Das Gedicht gliedert sich in „Klage“ (vier Strophen) und „Antwort“ (sechs Strophen). Zitiert nach der Ausgabe letzter Hand, Das dichterische Werk in zwei Bänden, Bd. 1: Das Balladenbuch, Stuttgart 1959, S. 242-243, hier S. 243.

(Bild: Pixabay.)

Helmut Schelsky (1974)

Leerformeln sind immer Herrschaftsformeln, Herrschaftsinstrumente.

Helmut Schelsky

Helmut Schelsky, „Herrschaft durch Sprache“ (erschienen am 12.04.1974), in: ders., Der selbständige und der betreute Mensch, Frankfurt a.M. 1978, S. 116-120, hier S. 119 (gekürzt).

Ernst Jünger

Seien wir auf der Hut vor der größten Gefahr, die es gibt – davor, daß uns das Leben etwas Gewöhnliches wird. Welcher Stoff zu bewältigen ist und welche Mittel zur Verfügung stehen – jene Wärme des Blutes, die unmittelbar Fühlung nimmt, darf nicht verloren gehen. Der Feind, der sie besitzt, ist uns wertvoller als der Freund, der sie nicht kennt.

Aus: Ernst Jünger, Das abenteuerliche Herz, erste Fassung, siebenter Eintrag.

Karl Popper, aus „Die offene Gesellschaft und ihre Feinde“

Wir können niemals zur angeblichen Unschuld und Schönheit der geschlossenen Gesellschaft zurückkehren. Je mehr wir versuchen, zum heroischen Zeitalter der Stammesgemeinschaft zurückzukehren, desto sicherer landen wir bei Inquisition, Geheimpolizei und einem romantisierten Gangstertum.

Karl R. Popper