Geliebtes, verfluchtes Amerika

Karsten Dahlmanns & Aneta Jachimowicz (Hrsg.): Geliebtes, verfluchtes Amerika. Zu Antiamerikanismus und Amerikabegeisterung im deutschen Sprachraum 1888-1933, Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht 2022. 272 Seiten.

Klappentext

Die Vereinigten Staaten von Amerika fungierten im deutschen Sprachraum zwischen 1888 und 1933 als Traum oder Alptraum, als eine Verkörperung von Moderne und Kapitalismus, die bewundert, verachtet oder gar gefürchtet wurde.  

14 Aufsätze erforschen das Verhältnis ausgewählter deutschsprachiger Dichter, Schriftsteller und Publizisten, Wissenschaftler und Architekten jener Zeit zu den USA. Besprochen werden so verschiedene Temperamente wie Alfred Kubin und Stefan George, Ernst Jünger und Erich Maria Remarque, Adolf Loos und Friedrich August von Hayek. Bekannte Schriftsteller wie Stefan Zweig und Joseph Roth haben ihren Auftritt, aber auch weniger bekannte Autorinnen und Autoren wie Bertha Eckstein-Diener, Marta Karlweis und Maria Leitner, Hugo Bettauer, Bernhard Kellermann und Arthur Rundt.

„Der Band zeichnet ein breitgefächertes, methodisch vielfältiges und überaus lesenswertes Panorama der Auseinandersetzung mit den USA in der Literatur und Publizistik der deutschsprachigen Länder vor und nach dem Ersten Weltkrieg.“ Prof. Wynfrid Kriegleder (Wien)

BEITRÄGERINNEN UND BEITRÄGER (IN ALPHABETISCHER REIHENFOLGE)

  1. Thomas Crew (Cambridge): „Nie hatte ein Mensch etwas Ähnliches gesehen oder erträumt!“ Bernhard Kellermanns „Der Tunnel“ und das Spektakel Amerikas
  2. Karsten Dahlmanns (Katowice): Stefan George zwischen Antiamerikanismus und Anglophilie
  3. David Engels (Brüssel, Poznań): Das Amerika-Bild in Alfred Kubins „Die andere Seite“ (1909). Eine kulturmorphologische Lesart
  4. Aneta Jachimowicz (Olsztyn): Uncle Sam in Österreich. Das Amerika-Bild in der österreichischen Presse und Literatur der zwanziger und Anfang der dreißiger Jahre des 20. Jahrhunderts
  5. Kira Kaufmann (Wien): Gedanken sind Dinge. Übersetzter „Neugeist“ aus Amerika in der österreichischen Literatur der zwanziger Jahre
  6. Maria Kłańska (Kraków): „Amerika ist ein Vaterland, aber ein tödliches Vaterland.“ Das Bild Amerikas im Schaffen Joseph Roths, unter besonderer Berücksichtigung seines Romans „Hiob“
  7. Janine Ludwig (Bremen): Amerika, die andere Kultur. Abgrenzung in literarischen Darstellungen des Kaiserreichs und der Weimarer Republik
  8. Alfred Pfoser (Wien): Verräter oder Visionär? Die Diskussion über den US-Präsidenten Woodrow Wilson – Stefan Zweig gegen das negative Wilson-Bild
  9. Robert Rduch (Katowice): Das Amerika-Bild in der Zeitschrift „Simplicissimus“
  10. Sigurd Paul Scheichl (Innsbruck): „Der gute Amerikaner Adolf Loos“
  11. Thomas F. Schneider (Osnabrück): „The kinship of us all“. Erich Maria Remarque und die USA vor 1933
  12. Bastian Spangenberg (Paris): Amerika-Bilder von Stefan Zweig. Demokratieverehrung und die Angst vor der Monotonisierung der Welt
  13. Jürgen Wandel (Warszawa): Die Vereinigten Staaten von Amerika – das Kanaan des Kapitalismus? Zum Amerika-Bild von Ökonomen der Österreichischen Schule
  14. Krzysztof Żarski (Wrocław): Zwischen künstlicher und realer Welt der Moderne. Zum Amerika-Bild Ernst Jüngers Ende der zwanziger und Anfang der dreißiger Jahre des 20. Jahrhunderts