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  • Neuerscheinung: Karsten Dahlmanns / Aneta Jachimowicz (Hrsg.), Geliebtes, verfluchtes Amerika

    Neuerscheinung: Karsten Dahlmanns / Aneta Jachimowicz (Hrsg.), Geliebtes, verfluchtes Amerika

    Die Vereinigten Staaten von Amerika fungierten im deutschen Sprachraum zwischen 1888 und 1933 als Traum oder Alptraum, als eine Verkörperung von Moderne und Kapitalismus, die bewundert, verachtet oder gar gefürchtet wurde.  

    14 Aufsätze erforschen das Verhältnis ausgewählter deutschsprachiger Dichter, Schriftsteller und Publizisten, Wissenschaftler und Architekten jener Zeit zu den USA. Besprochen werden so verschiedene Temperamente wie Alfred Kubin und Stefan George, Ernst Jünger und Erich Maria Remarque, Adolf Loos und Friedrich August von Hayek. Bekannte Schriftsteller wie Stefan Zweig und Joseph Roth haben ihren Auftritt, aber auch weniger bekannte Autorinnen und Autoren wie Bertha Eckstein-Diener, Marta Karlweis und Maria Leitner, Hugo Bettauer, Bernhard Kellermann und Arthur Rundt.

    „Der Band zeichnet ein breitgefächertes, methodisch vielfältiges und überaus lesenswertes Panorama der Auseinandersetzung mit den USA in der Literatur und Publizistik der deutschsprachigen Länder vor und nach dem Ersten Weltkrieg.“ Prof. Wynfrid Kriegleder (Wien)

  • Faschismus und Antifaschismus in Amerika

    Faschismus und Antifaschismus in Amerika

    Sie erinnern sich an Präsident Joseph „Joe“ Bidens Rede in ominöser Schwarz-Rot-Beleuchtung und seine Ausfälle über „semifaschistische“ Republikaner und Wähler der Republikaner?

    Dazu bemerkt ein kluger Artikel von Lance Morrow auf den Seiten des Wall Street Journal:

    Mr. Trump and his followers, believe it or not, are essentially antifascists: They want the state to stand aside, to impose the least possible interference and allow market forces and entrepreneurial energies to work. Freedom isn’t fascism. Mr. Biden and his vast tribe are essentially enemies of freedom, although most of them haven’t thought the matter through. Freedom, the essential American value, isn’t on their minds. They desire maximum—that is, total—state or party control of all aspects of American life, including what people say and think.

    (Herr Trump und seine Anhänger sind, glauben Sie es oder nicht, im wesentlichen Antifaschisten. Sie wollen, daß der Staat sich zurückhält, sich so wenig wie möglich einmischt und die Gesetze des Marktes und den Einfallsreichtum der Unternehmer wirken läßt. Freiheit ist nicht Faschismus. Herr Biden und seine breite Anhängerschaft sind im wesentlichen Feinde der Freiheit, auch wenn die meisten von ihnen die Angelegenheit nicht wirklich durchdacht haben. Freiheit, der höchste amerikanische Wert, spielt in ihrem Denken keine Rolle. Sie wollen die größtmögliche – das heißt: totale – Kontrolle durch Staat oder Partei, und das in allen Facetten des amerikanischen Lebens, einschließlich dessen, was die Menschen sagen oder denken.)

    Mehr hier.

    (Bild: „New Deal„, WPA-Kunst, Clarkson S. Fisher Federal Building & U.S. Courthouse, Trenton, New Jersey. Library of Congress. No known restrictions on publication.)

  • Klimaneutral übernachten

    Klimaneutral übernachten

    Ein küstennah gelegenes Hotel offeriert, man könne dort „klimaneutral“ übernachten. Will ich das? Es könnte amüsieren, am Frühstücksbuffet oder in der Hotelbar den Gesprächen der Guten und Aufgeklärten zu lauschen. Freilich schiene mir ein Aufenthalt in einem Hotel mit dem Claim „garantiert klimaschädlich“ lohnender. Was sich da einfindet, weiß mehr. Und führt die geistreicheren Gespräche. Selbst wenn es in Klima-Dingen irren sollte.

    (Bild: Pixabay.)

  • Helmut Schoeck: die „Hysterie des Tages“

    Helmut Schoeck: die „Hysterie des Tages“

    Die Vorschußsympathie für den Hysteriker, der Betroffenheit mimt, ist fahrlässig. […] Immer sahen Biedermänner hinter der Hysterie des Tages das begreifliche Anliegen. Doch die Wandelbarkeit der Ängste sollte uns mißtrauisch machen.

    Aus: Helmut Schoeck, Die 12 Irrtümer unseres Jahrhunderts, zweite Auflage, Berlin 1985, S. 419.

    (Bild: J. M. W. Turner, The Burning of the Houses of Lords and Commons, 16. Oktober 1834, Cleveland Museum of Art via Wikimedia, gemeinfrei.)

  • Unform folgt Unfunktion

    Unform folgt Unfunktion

    Blaise Ebiner schreibt in einem Artikel über die lebensphilosophischen Implikationen zeitgenössischer Architektur, dessen Stoßrichtung mir nicht übel gefällt:

    A society that mistakes ugliness for beauty will build ugly things. […] In every case, we have professional critics who line up to tell us that our eyes are lying to us. These buildings are inspiring and beautiful, they tell us. Much time and expense were put into erecting them, so they must tell us something profound. If we cannot see that, we are just too dumb to understand. 

    As is the case with many of our experts, these critics are wrong. […] These buildings are not beautiful or inspiring. They do have meaning, but not in the sense that the critics tell us. In a twisted and sad way, they unintentionally tell the truth about our times. We are willing to go to great effort and expense to create monuments to disorder, uselessness, and ugliness.

    (Eine Gesellschaft, die Häßlichkeit für Schönheit hält, baut häßliche Dinge. Immer, wenn das geschieht, stehen Architekturkritiker bereit, um uns zu sagen, daß unsere Augen sich täuschen. Die fraglichen Gebäude seien inspirierend und schön, sagen sie uns. Eine Menge Zeit und Geld sei in deren Bau gesteckt worden, deshalb müßten sie uns etwas Tiefes mitteilen. Wenn wir das nicht erkennen, seien wir eben zu dumm, um es zu verstehen.

    Wie so oft im Falle unserer Experten liegen diese Architekturkritiker falsch. Diese Gebäude sind weder schön noch inspirierend. Sie haben dennoch eine Bedeutung, aber keine, die dem entspräche, was uns die Architekturkritiker sagen. In einer traurigen und perversen Weise, gleichsam versehentlich, teilen uns diese Gebäude die Wahrheit über unsere Zeit mit: Wir sind willens, viel Aufwand und Geld zu investieren, um Monumente für Ungeordnetheit, Unbrauchbarkeit und Häßlichkeit zu schaffen.)

    Interessant, wie „disorder“ hier zu übersetzen wäre, zumal das Wort für den Gehalt des Artikels von zentraler Bedeutung ist. „Chaos“ wäre eine Möglichkeit, als Gegensatz zu Kosmos; es wird jedoch heute selten in der gebotenen Tiefe verstanden. „Aus-den-Fugen-geraten-Sein“, ein Shakespeare-Anklang (Hamlet, 1. Akt, 5. Szene), wirkt in der Übersetzung eines in einem angelsächsischen Medium erschienenen Textes mehr als sinnfällig, aber sperrig. Stefan George würde vielleicht „Unform“ setzen, wie in seinem Gedicht „Der Krieg“ gebraucht; schön, aber schwer verständlich. Den Zuschlag erhielt das etwas blasse, doch taugliche „Ungeordnetheit“.

    (Bild: Kunsthaus Graz. Heribert Pohl via Wikimedia, bearbeitet.)

  • Thomas Sowell über die Entscheidung des US-Verfassungsgerichtes in Sachen Abtreibung

    Thomas Sowell erklärt:

    Some people seem to think that the Supreme Court has banned abortions. It has done nothing of the sort.

    The Supreme Court has in fact done something very different, something long overdue and potentially historic. It has said that their own court had no business making policy decisions which nothing in the Constitution gave them the authority to make.

    (Einige Leute scheinen zu meinen, daß der Supreme Court Abtreibungen verboten habe. Er hat nichts dergleichen getan.

    Der Supreme Court hat de facto etwas ganz Anderes getan, etwas, das längst überfällig war und das Zeug hat, eine historische Entscheidung zu werden. Der Supreme Court hat festgestellt, daß er selbst keine Befugnis hat, politische Entscheidungen zu fällen, weil es keinen Passus in der Verfassung der Vereinigten Staaten gibt, der ihm die Autorität zuerkennen würde, politische Entscheidungen zu fällen.)

    Schön, nicht wahr? Bitte lesen Sie den ganzen Text.

  • Oswald Spengler

    Oswald Spengler

    Was ist das Gegenteil der Seele eines Löwen? Die Seele einer Kuh. Pflanzenfresser ersetzen die starke einzelne Seele durch die große Zahl, die Herde, das gemeinsame Fühlen und Tun von Massen.

    Oswald Spengler, Der Mensch und die Technik. Beitrag zu einer Philosophie des Lebens, München 1931, S. 21.

    (Bild: Pixabay.)

  • New York Times Co. v. Sullivan (1964)

    Aus einem knapp sechzig Jahre alten Urteil des Verfassungsgerichts der Vereinigten Staaten von Amerika, dem Supreme Court of Justice:

    Thus we consider this case against the background of a profound national commitment to the principle that debate on public issues should be uninhibited, robust, and wide-open, and that it may well include vehement, caustic, and sometimes unpleasantly sharp attacks on government and public officials. 

    (Also betrachten wir diesen Fall vor dem Hintergrund der tiefverwurzelten Überzeugung unserer Nation, daß die Debatte über öffentliche Angelegenheiten ungehindert, robust und weithin offen vonstatten gehen sollte, und daß sie natürlicherweise heftige, schneidend sarkastische und zuweilen unangenehm scharfe Attacken auf Regierungsvertreter und Beamte einschließt.)

    Und:

    In any event, despite the possibility that some excesses and abuses may go unremedied, we must recognize that ‚the people of this nation have ordained in the light of history, that, in spite of the probability of excesses and abuses, (certain) liberties are, in the long view, essential to enlightened opinion and right conduct on the part of the citizens of a democracy.‘ […] As Mr. Justice Brandeis correctly observed, ’sunlight is the most powerful of all disinfectants.‘

    (Auch wenn die Möglichkeit besteht, daß einige verbale Exzesse und persönliche Beschimpfungen ertragen werden müssen, ohne sich rechtlich dagegen wehren zu können, haben wir in jedem Falle anzuerkennen, daß ‚die Bürger dieser Nation im Lichte der Geschichte erkannt und zu einem Prinzip erhoben haben, daß, der Wahrscheinlichkeit von verbalen Exzessen und Beschimpfungen ungeachtet, (bestimmte) Freiheiten auf lange Sicht hin unverzichtbar sind für eine aufgeklärte Meinungsbildung und richtiges Handeln seitens der Bürger einer Demokratie.‘ Wie Verfassungsrichter Brandeis treffend festgestellt hat, ‚ist Sonnenlicht das beste aller Desinfektionsmittel.‘)

    Zum Hintergrund hier und hier. Halten Sie sich an das Original, nicht die Übersetzung, die (hier wie anderswo) eine Interpretation darstellt, mit der ich nicht ganz glücklich bin.

  • Lucretia Hughes spricht für die Achtung und Erhaltung des Zweiten Verfassungszusatzes

    Lucretia Hughes hat eines ihrer Kinder durch Waffengewalt verloren: ihr neunzehnjähriger Sohn wurde auf einer Party erschossen. Der Täter war vorbestraft, doch auf freiem Fuß, und er verfügte über eine illegal erworbene Handfeuerwaffe. Die Kriminalität gegen Leib und Leben in vielen von Schwarzen bewohnten Gegenden der Großstädte, so Frau Hughes weiter, sei außer Kontrolle. Als Frau von fünfundzwanzig Jahren habe sie bereits achtzehn Begräbnissen junger schwarzer Amerikaner beigewohnt.

    Eine Verschärfung der Waffengesetze sei ungeeignet, Tragödien wie jene, die ihre Familie getroffen habe, zu verhindern, denn gerade in den US-Städten mit den strengsten Waffengesetzen seien die meisten Gewaltverbrechen mit Schußwaffen zu verzeichnen. Selbstgerechte Politiker, die im Anschluß an die BLM-Proteste der Polizei die Finanzierung streichen wollen und gleichzeitig die Entwaffnung gesetzestreuer Bürger propagieren, richteten nichts als Schaden an. Im Übrigen röchen solche Vorschläge nach Rassismus: „Gilt der Zweite Verfassungszusatz nicht für Leute, die aussehen wie ich?“ Frau Hughes besteht auf dem Recht, sich selbst und ihre Angehörigen mit einer Feuerwaffe zu verteidigen.

    Kraftvoll vorgetragen.

  • Rost

    Rost

    Der westliche Hegemon hat Schwierigkeiten, seine Kriegsmarine in Schuß zu halten; oder es mangelt der politische Wille. Die Schiffe rosten, wie man hier und hier sieht. Nicht eben ein beruhigendes Signal.

    (Bild: Pixabay.)